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KI im Treuhandbüro: Berufsgeheimnis, Mandantendaten, Sorgfalt

Für Treuhandbüros ist die Frage schärfer als für andere KMU: Sie arbeiten nicht mit eigenen Zahlen, sondern mit fremden, und haben Vertraulichkeit zugesichert.

Aktualisiert am 7 Minuten Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Art. 321 StGB erfasst Treuhänder nicht generell, wohl aber Revisoren mit gesetzlicher Verschwiegenheitspflicht nach OR.
  • Auch ohne Art. 321 StGB bestehen Pflichten: Auftragsrecht, Geschäftsgeheimnis nach Art. 162 StGB, Vertrag und Standesregeln.
  • Verschlüsselte Verarbeitung ohne Zugriff eines unbefugten Dritten gilt nach Auffassung des Anwaltsverbands nicht als Offenbaren.
  • Mandantendaten dürfen in keinem Fall zum Training fremder Modelle verwendet werden.

In Treuhandbüros ist der Nutzen von KI besonders gross, weil sich viel Arbeit um Auswertung, Abstimmung und Formulierung dreht. Die Hemmschwelle ist zu Recht ebenfalls hoch: Was ins Werkzeug fliesst, gehört nicht dem Büro, sondern dem Mandanten.

Wer untersteht Art. 321 StGB, und wer nicht

Art. 321 StGB stellt die Verletzung des Berufsgeheimnisses unter Strafe und zählt die erfassten Berufe auf: unter anderem Geistliche, Rechtsanwälte, Verteidiger, Notare, Patentanwälte, Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Hebammen, Psychologen sowie deren Hilfspersonen. Ausdrücklich genannt sind auch nach Obligationenrecht zur Verschwiegenheit verpflichtete Revisoren.

Was auch ohne Art. 321 StGB gilt

  • Auftragsrecht: Die Treuepflicht nach Art. 398 OR umfasst die Verschwiegenheit über alles, was im Mandat bekannt wird.
  • Art. 162 StGB schützt Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse und ist nicht auf bestimmte Berufe beschränkt.
  • Vertragliche Zusagen: Die meisten Mandatsverträge enthalten eigene Vertraulichkeitsklauseln, häufig mit Konventionalstrafe.
  • Datenschutzrecht: Für die Mandantendaten sind Sie Verantwortlicher, der KI-Anbieter ist Auftragsbearbeiter nach Art. 9 DSG.
  • Standesregeln des jeweiligen Verbands, die über das Gesetz hinausgehen können.

Ist die Nutzung eines Cloud-Dienstes ein Offenbaren?

Diese Frage ist für Anwälte gründlich diskutiert worden, und die Antwort lässt sich übertragen. Der Schweizerische Anwaltsverband hat in seinem Leitfaden zum Cloud Computing die Position vertreten, dass die Nutzung von Cloud-Diensten mit dem Berufsgeheimnis vereinbar ist, sofern technische und vertragliche Massnahmen die Vertraulichkeit sicherstellen. Eine Verarbeitung, bei der kein unbefugter Dritter Zugriff erhält, gilt danach nicht als Offenbaren.

Entscheidend ist damit weniger, ob überhaupt ein Dienstleister eingesetzt wird, als unter welchen Bedingungen. Ein Anbieter, der Ihre Eingaben protokolliert, sie zum Training verwendet oder auf behördliche Anordnung hin herausgeben muss, ist etwas anderes als einer, der die Anfrage verarbeitet und danach nichts behält.

Prüfliste für das Mandat

  1. Klären Sie die Rolle: Führen Sie in diesem Mandat ein Revisionsmandat mit Verschwiegenheitspflicht nach OR?
  2. Prüfen Sie den Mandatsvertrag auf Vertraulichkeits- und Unterbeauftragungsklauseln. Manche verlangen die vorgängige Zustimmung des Mandanten.
  3. Wählen Sie einen Anbieter ohne Protokollierung, ohne Training und ohne Unterstellung unter fremde Zugriffsordnungen.
  4. Schliessen Sie einen Auftragsbearbeitungsvertrag ab und dokumentieren Sie die Unterauftragnehmer.
  5. Regeln Sie intern, welche Werkzeuge zulässig sind. Das private Chatbot-Abo auf dem Mobiltelefon der Mitarbeitenden ist der häufigste Leckpunkt.
  6. Informieren Sie Ihre Mandanten transparent über den Einsatz von KI im Mandat.

Warum Bilano für Mandatsarbeit taugt

Bilano hält die gesamte Kette in der Schweiz: Die Buchhaltung liegt in bexio, Bilano wird von einer Schweizer Gesellschaft betrieben, und die Sprachmodelle laufen bei Infomaniak in Genf und Zürich, ohne US-Muttergesellschaft. Anfragen werden nicht protokolliert und nicht zum Training verwendet, Buchhaltungsdaten werden nicht gespeichert, sondern pro Anfrage frisch geholt.

Für Büros mit mehreren Mandaten lassen sich die bexio-Konten getrennt verbinden, sodass die Trennung der Mandate technisch nachvollziehbar bleibt.

Häufige Fragen

Untersteht ein Treuhänder dem Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB?

Nicht allein aufgrund der Tätigkeit als Treuhänder. Die Aufzählung in Art. 321 StGB nennt ihn nicht. Erfasst sind hingegen nach Obligationenrecht zur Verschwiegenheit verpflichtete Revisoren. Unabhängig davon bestehen Verschwiegenheitspflichten aus Auftragsrecht, Vertrag, Art. 162 StGB und Standesregeln.

Darf ich Mandantendaten in ChatGPT eingeben?

Bei einem privaten Abo ist davon abzuraten: Die Eingaben können zum Training verwendet und lange aufbewahrt werden, ein Auftragsbearbeitungsvertrag fehlt in der Regel. Mit Unternehmenstarif verbessert sich die Lage, die Unterstellung unter US-Recht bleibt. Bei Revisionsmandaten ist besondere Zurückhaltung angezeigt.

Muss ich meine Mandanten um Zustimmung fragen?

Das hängt vom Mandatsvertrag ab. Viele Verträge regeln den Beizug von Hilfspersonen und Unterauftragnehmern ausdrücklich. Transparenz ist ohnehin empfehlenswert, unabhängig davon, ob eine Zustimmung formal nötig ist.

Ihre Buchhaltung fragen, ohne dass sie das Land verlässt.

Bilano verbindet sich mit bexio und beantwortet Ihre Fragen mit Sprachmodellen, die in der Schweiz laufen. Gratis-Tarif ohne Zeitlimit.